Mein Leben

Geboren in der Silberstadt Freiberg
Im Juli 1979 erblickte ich in der sächsischen Stadt Freiberg das Licht der Welt. Meine schöne kleine Heimatstadt war in früheren Jahrhunderten einmal sehr vermögend, als sie mit ihren reichen Silberminen das sächsische Königshaus finanzierte. In der Zeit des „real existierenden Sozialismus“ hatte die Stadt allerdings stark von ihrem ehemals stolzen Erscheinungsbild eingebüsst, was für uns Kinder aber nicht weiter von Bedeutung war. Gerne denke ich heute noch an meine wundervolle Kindheit, meine liebevolle Familie und meinen großen Freundeskreis zurück.

Große Liebe zum FKK
In der Zeit der „Wende“ um 1990 entdeckte ich meine Leidenschaft für den FKK. Diese Abkürzung darf aber keineswegs als Beleg für einen besonderen Hang zur Freizügigkeit gesehen werden, sondern war vielmehr die humorvolle Abkürzung für unseren Freiberger Karnelvalklub. Dort begann ich in den folgenden Jahren eine hoffnungsvolle Tanzkarriere in der erfolgreichen Garde. Mit stimmungsvollen Tänzen brachten wir als Teenager unsere Körper in Form und veranlassten unser Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen …es war eine aufregende und schöne Zeit!

Go West
Da die Anzahl an guten Ausbildungsplätzen in Sachsen überschaubar war, machte ich mich 1998 nach meinem Abitur am Freiberger Ulrich-Rülein-Gymnasium auf den Weg in den „goldenen Westen“. In der Wagnerstadt Bayreuth wurde ich bei der Ausbildungsplatzsuche fündig. Ich begann im Schlosshotel Thiergarten eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Da ich gut mit anderen Menschen zurechtkomme, bereitete mir meine neue Tätigkeit viel Freude.
In dieser Zeit erfüllte ich mir einen großen Herzenswunsch. Aus dem Tierheim trat der kleine Spitzmischling Marcky in mein Leben, mit dem ich viele schöne Stunden verbrachte.

Mein Kartenhaus stürzt in sich zusammen
Aus der glücklichen Zeit in Bayreuth riss mich ein schwerer Schicksalsschlag. Schon nach einem halben Jahr musste ich meine Ausbildung zur Hotelfachfrau abbrechen, da ich wegen eines Rippentumors ins Krankenhaus kam. Die Operation führte zu Komplikationen, die schlimme Folgen hatte. Durch innere Blutungen wurde mein Rückenmark geschädigt, so dass ich vom fünften Brustwirbel ab querschnittsgelähmt war. Damit stürzte das Kartenhaus meiner privaten und beruflichen Zukunftspläne in sich zusammen. Ich war mit 19 Jahren eine Rollifahrerin geworden.

Es folgte eine schwere Zeit. In der Rehabilitation musste ich lernen mit meiner Behinderung zu leben. Während der Zeit im Krankenhaus Hohe Warte Bayreuth lernte ich auch andere Patienten kennen, denen das Schicksal noch viel schlimmer mitgespielt hatte als mir. Mit zunehmender Zeit kehrten glücklicherweise mein Lebensmut und mein Optimismus wieder zurück.

Nach einem halben Jahr konnte ich meine Ausbildung im Schlosshotel „Thiergarten“ fortsetzen. Da ich durch meine Querschnittslähmung nicht mehr als Hotelfachfrau arbeiten konnte, war mein neues Ausbildungsziel das Berufsbild der Hotelkauffrau. Auch diese Ausbildung machte mir viel Freude und ich hatte mit meinen Kollegen und den Hotelgästen im mondänen Bayreuth eine schöne Zeit.

Umzug an die französische Grenze
Nach meinem erfolgreichen Abschluss siedelte ich im Jahr 2000 um ins kleine Saarland, dass mir zuvor gänzlich unbekannt war. Die Liebe meines späteren Ehemannes hatte mich in das kleine Bundesland im Südwesten Deutschlands gelockt. Ich wohne seitdem im Saarpfalz-Kreis, im Dreieck zwischen Saarland, Rheinland-Pfalz und Frankreich. Im meiner neuen Heimat mit ihren sanften grünen Hügeln, der intakten Natur und dem französischen Flair habe ich mich schnell eingelebt. Die Saarländer sind ein offenes, freundliches und liebenswertes Völkchen, bei dem man auch als Zugereister schnell Anschluss und viele Freunde finden kann.

In der nahe gelegenen pfälzischen Rosenstadt Zweibrücken fand ich eine gute Stelle in meinem Beruf. Im Hotel „Rosengarten“ war ich fortan an der Rezeption tätig. Danach nutzte ich eine sich mir unverhofft bietende Möglichkeit vom Hotelfach in den Staatsdienst der saarländischen Landesverwaltung zu wechseln. 2001 trat ich dort meine neue Stelle als Regierungsangestellte im Wirtschaftsministerium an. 

Junger Adel als Familiennachwuchs
Im Sommer 2001 schloss sich eine junge Dame unserer Familie an. Sita de la Sociére hielt Einzug in unsere Wohnung in Kirkel. Hinter diesem klangvollen Namen verbirgt sich meine fauve (braune) Briard-Hündin.

Umzug ins rollstuhlgerechtes Haus
Nach einem halben Jahr Bauzeit war es im November 2004 endlich soweit. Bereits im 4. Monat schwanger zog ich mit meinem Mann und den Hunden in mein eigenes Haus. Da hier nun endlich alles auf meine Bedürfnisse abgestimmt war fühlte ich mich sofort sehr wohl. Es war ein weiterer Schritt zu einem selbstständigen Leben.

Tim ist da
Im April 2005 wurde mein Sohn Tim geboren. Mein aufgewecktes Widderbaby erblickte das Licht der Welt und wurde zum neuen Mittelpunkt meines Lebens. Nach dem Erziehungsurlaub machte meine berufliche Karriere einen weiteren Sprung. Von meinem Dienstherrn wurde mir das Angebot gemacht, mich im Rahmen einer dreijährigen Fortbildung für den gehobenen Dienst weiterzuqualifizieren. Seit Oktober 2006 besuche ich die Fachhochschule für Verwaltung in Saarbrücken.

Zeit der Trennung
Mein kleiner Marcky ist mir über die vielen teilweise sehr harten Jahre ein sehr lieber und treuer Freund gewesen. Es war sehr schwer für mich als im Oktober 2006 ein Lebertumor es notwenig machte, ihn einzuschläfern. Er wird mir immer in Erinnerung bleiben.
Nach kurzen vier Jahren Ehe entschieden auch mein Mann und ich im November 2006, dass wir uns trennen. Wir haben uns leider zu sehr auseinander gelebt und sahen keinen anderen Ausweg. Seit dem lebe ich mit Tim und Sita allein in meinem Haus. Was mir anfangs noch Kopfzerbrechen bereitete, entwickelte sich aber sehr gut. Wir sind ein eingespieltes Team und bewältigen den Alltag mit Bravour.